Makko-Ho – Meridian-Dehnübungen

Die chinesische Medizin bietet neben verschiedenen therapeutischen Interventionen auch eine Fülle an Übungen, mit denen Sie Ihre Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig und selbstverantwortlich verbessern können. Mit nachfolgenden Makko-Ho-Übungen dehnen Sie ihre Meridiane und gleichen energetische Disharmonien aus. Um mit den nachstehenden Übungen auch Erfolg zu haben, ist es wichtig, dass Sie die Anleitung befolgen. Ein falscher Bewegungsablauf oder zu ehrgeiziges Üben schadet mehr, als es nützt! Im Zweifelsfall leite ich Sie als erfahrene Shiatsu-Praktikerin gerne an! Bleiben Sie während des Übens in entspannter, meditativer Haltung, atmen Sie ruhig weiter und konzentrieren Sie sich auf die Kraftlinien Ihres Körpers, die beim Einnehmen der verschiedenen Positionen vorsichtig gedehnt werden. Achtung! Dehnen Sie nur so weit, wie es der Körper ohne Schmerz toleriert. Übertreiben Sie nicht, es kommt nicht darauf an, wie gelenkig Sie sind! Bei regelmäßiger Übung nimmt die Beweglichkeit von selbst zu.

DICKDARM und LUNGE Sie stehen aufrecht. Die Füße stehen parallel und etwa schulterbreit auseinander. Haken Sie Ihre Daumen hinter dem Rücken zusammen, strecken die Zeigefinger nach vorne, der Rest der Hand bildet eine lockere Faust. Atmen Sie nun tief ein. Beim Ausatmen beugen Sie sich langsam nach vorne, bis Arme und Hände so weit wie möglich über den Kopf nach vorne weisen. Nun ist eine Dehnung in Oberarmen und Schultern spürbar. Achten Sie darauf, nur soweit in die Dehnung zu gehen, ohne dass sich die Schultern verspannen und ein Engegefühl im Brustkorb spürbar wird. Der Brustbereich soll sich weit und entspannt anfühlen. Bleiben Sie einige Atemzüge in dieser Haltung und richten Sie sich langsam auf. Nun verschränken Sie die Daumen umgekehrt und wiederholen die Übung.




MAGEN und MILZ Setzen Sie sich in den Fersensitz, die Knie etwa 10cm von einander entfernt. Legen Sie nun Ihre Hände auf die Fersen und lehnen Sie langsam den Oberkörper nach hinten, bis eine Dehnung im Oberschenkel- und Leistenbereich spürbar wird. Halten Sie diese Stellung einige Atemzüge und gehen Sie dann wieder in die Ausgangsposition zurück. Wichtig: Priorität hat die Dehnung im vorderen Oberschenkel- bzw. Leistenbereich, denn dort befinden sich Magen- und Milzmeridian. Sinn der Übung ist es nicht, sich so weit wie möglich nach hinten zu lehnen! Warnung: Nur sehr gelenkige Personen sollten sich so weit zurücklehnen, wie das Bild zeigt. Bei dieser Übung besteht die Gefahr einer Konfusion (Stauchung) der Wirbelsäule. Wer generell Probleme mit der Lendenwirbelsäule hat, sollte diese Position zur Sicherheit ganz auslassen.


HERZ und DÜNNDARM Sie sitzen am Boden, legen beide Fußsohlen aneinander und lassen die Knie locker zur Seite fallen. Nun umfassen die Hände die Vorfüße, der Oberkörper beugt sich leicht nach vor. Sie ziehen jetzt Ihren Körper mit den Händen weiter leicht nach vorne, bis eine Dehnung in den Leisten spürbar wird. Die Ellbogen zeigen dabei nach vorne und unten, wodurch die Innenseite der Arme gedehnt wird. Der Rücken sollte möglichst gerade bleiben (Nicht zu stark nach vornüber beugen!). Bleiben Sie wieder einige Atemzüge in dieser Stellung, bevor sie in die Ausgangsposition zurückkehren.


BLASE und NIERE Sie sitzen mit gerade ausgestreckten Beinen am Boden. Die Zehen weisen gerade nach oben (Fersen nach vor drücken). Verschränken Sie nun Ihre Finger und drehen die Hände so, dass die Handflächen nach außen weisen. Strecken Sie die Hände nach oben und beugen sich langsam, mit möglichst geradem Rücken nach vorne und senken die Hände langsam, bis sie in Richtung Ihrer Füße weisen. Nun werden Sie die Spannung an der Rückseite der Beine spüren können. Es ist nicht wichtig, ob Sie wirklich Ihre Füße berühren können, beugen Sie sich nur soweit vor, wie der Rücken es erlaubt, ohne sich zu sehr nach vorne krümmen zu müssen.


HERZKREISLAUF und 3FACH-ERWÄRMER Sie sitzen im Schneidersitz am Boden, fassen mit der rechten Hand vorne und außen ums linke Knie und mit der linken Hand um das Rechte. Beugen Sie sich nun nach vor (nun kann der Rücken ruhig rund werden) und ziehen Sie die Knie mit den Händen leicht zueinander. Spüren Sie, wie sich der Bereich zwischen den Schulterblättern öffnet und weit wird. Das Gesäß sollte dabei die Verbindung zum Boden behalten. Nach einigen Atemzügen richten Sie sich langsam wieder auf.


GALLENBLASE Sie sitzen mit gegrätschten Beinen am Boden, die Knie sind durchgestreckt. Strecken Sie nun die Arme mit verschränkten Fingern und nach außen gedrehten Handflächen nach oben. Drehen Sie nun Ihren Oberkörper zum rechten Bein und neigen sich langsam in Richtung Ihres linken Beines. Bleiben Sie eine Weile in dieser Position. In einer runden Bewegung führen Sie Ihren Oberkörper nun nach vorne und richten sich wieder auf. Nun erfolgt die Dehnung über die andere Seite. Auch hier: besondere Vorsicht, die Dehnung nicht übertreiben! Ihre Wirbelsäule wird es Ihnen danken!


LEBER Sie sitzen mit gegrätschten Beinen und durchgesteckten Knien am Boden. (gleiche Position wie für die Gallenblasen-Übung!) Wieder werden die Hände verschränkt, umgedreht und mit nach außen weisenden Handflächen über den Kopf erhoben. Der Oberkörper beugt sich nun nach vorne, der Rücken bleibt dabei möglichst gerade. Nun spüren Sie die Dehnung besonders an der Innenseite der Beine. Diese Übung kann auch mit der Gallenblasen-Position verbunden werden.

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